Phosphat: Zu viel des Guten sollte es nicht sein

Phosphat ist ein Baustein des Lebens – unsere DNA besteht beispielsweise aus Phosphat- Verbindungen. Aber: Zu viel Phosphat ist schädlich und erhöht sogar das Sterberisiko.

Der Grund dafür liegt in einer Aufgabe der Niere. Denn sie spielt eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel und regelt unter anderem den Elektrolythaushalt. Vereinfacht ausgedrückt verwendet die gesunde Niere das Phosphat, indem sie es in die Zellen und Knochen einbaut. Das ist ein sehr wichtiger Prozess in unserem Körper, der für gesunde Gefäße und ein stabiles Skelett sorgt. Die Aufnahme von zu viel Phosphat bewirkt das Gegenteil. Bei einer bereits geschädigten Niere wird der Mineralstoff nicht mehr richtig in die Knochen eingebaut. Stattdessen lagert er sich in den Gefäßwänden und Weichteilen ab (Mediasklerose).

Der Effekt ist ein ähnlicher wie bei den viel bekannteren Fettablagerungen: Der Blutfluss wird gestört und das Herz muss stärker pumpen, um den Körper mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Auf Dauer kann der Herzmuskel so ermüden – Herzstillstand droht!

Um aktiv werden zu können, müssen Sie vor allem wissen, wie es um Ihre Nierengesundheit steht. Denn gesunde Nieren können mit Phosphaten besser umgehen als beeinträchtigte. Lassen Sie sich deshalb regelmäßig untersuchen – zum Beispiel im Rahmen des Check-up 35 bei Ihrem Hausarzt.

Plötzlich böse?

Es wurde in der Medizin lange davon ausgegangen, dass der gesunde Mensch Phosphate einfach über die Niere wieder ausscheidet. Aktuelle Studien belegen mehr und mehr, dass zu viel Phosphat den Stoffwechsel des Körpers negativ beeinflusst. Hinzu kommen veränderte Ernährungsgewohnheiten in den Industrienationen:
Im Lauf der vergangenen 30 Jahre hat sich die Phosphataufnahme über Lebensmittel etwa verdoppelt, so dass die schädlichen Auswirkungen immer deutlicher zu Tage treten.

Phosphat im Döner

Phosphat im DönerIst zu viel Phosphat im Dönerfleisch? Diese Frage wurde 2017 debattiert, ein Verbot stand im Raum. Drehspieße, wie sie als Fleischgrundlage für Döner Kebap dienen, enthalten schon immer Phosphate. Problematisch sind solche Drehspieße, die industriell hergestellt, roh schockgefrostet und dann im Imbiss gegrillt werden: Bei diesen Spießen gibt es eine rechtliche Lücke bezüglich der Zusatzstoffe.

Viel wichtiger ist aber die Informationspolitik zu Inhaltstoffen in Lebensmitteln sowie eine gezielte Aufklärung: Das Wissen um den enthaltenen Phosphatgehalt macht eine selbst bestimmte Ernährung möglich!

Die Quelle entscheidet

Phosphat-QuellePhosphate aus vegetarischer Nahrung werden in geringerem Maße vom Körper aufgenommen (resorbiert) als solche aus tierischen oder vielen industriellen Produkten.

Entscheidend ist die chemische Bauweise des enthaltenen Phosphats – je komplexer der Bau, desto eher wird das Phosphat vom Körper ausgeschieden. Vegetarische Nahrung trägt also dazu bei, die Gefahr einer Gefäßverknöcherung durch Phosphat zu senken. Ein Plädoyer für feste vegetarische Tage in der Woche!

Was kann ich tun?

  • Finden Sie heraus, wie gesund Ihre Nieren sind! Nutzen Sie den Check-up 35, den kostenlosen Gesundheitscheck bei Ihrem Hausarzt. Je früher eine Chronische Nierenerkrankung erkannt wird, desto einfacher kann man mit ihr umgehen!
  • Ernähren Sie sich phosphatbewusst! Wir unterstützen Sie hierzu gerne mit einer Orientierungshilfe.

Phosphat: Einkaufen, als ginge es um Ihr Leben

Phosphate kommen in unterschiedlichen Konzentrationen ganz natürlich in Lebensmitteln vor. Außerdem werden sie aber auch als Zusatz- oder Hilfsstoffe eingesetzt („E“-Stoffe). Abhängig von den Vorschriften zur Angabe auf den Lebensmittelverpackungen sind sie auf diese Weise oft nur schwer zu entdecken. Deshalb möchten wir Sie mit dieser Übersicht bei einer phosphatbewussten Ernährung unterstützen.

Deutsche Nierenstiftung -Phosphat in Nahrungsmitteln

„E“s – das große Versteckspiel

Lebensmittelzusatzstoffe z. B. Phosphorsäure – E 338
Natürliche und synthetische Stoffe, die eingesetzt werden, um Eigenschaften von Lebensmitteln zu beeinflussen. Wenn sie enthalten sind, muss das auf der Verpackung ausgewiesen werden.

Die Grenzen sind fließend: So kann etwa ein Schmelzkäse kennzeichnungspflichte Phosphate enthalten, muss dann aber auf einer Tiefkühlpizza nicht angegeben werden – denn hier dient der Schmelzkäse nur als Verarbeitungshilfsstoff!

Verarbeitungshilfsstoffe z. B. Gelatine

Stoffe, die zur Herstellung benötigt werden und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft sind. Im Gegensatz zu den Lebensmittelzusatzstoffen müssen sie nicht ausgewiesen werden.

Folgende E-Stoffe weisen auf einen hohen Phosphatgehalt hin:
E 338-343, E 350-352, E 541, E 1410, E 1412-1414, E 1442

Weitere Themen

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Hans-Joachim Heist

Hans-Joachim Heist - Botschafter der Deutschen Nierenstiftung

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