Zahl der Begleiterkrankungen ist bei Nierenpatienten besonders hoch

Mindestens 5 Millionen Menschen in Deutschland haben an eine chronische Nierenerkrankung (CKD), aber kaum mehr als ein Viertel weiß davon. 

Deshalb ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Aufgaben und Funktionen der Niere, CKD und gefährliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sehr wichtig. Über diese beiden besonderen Risiken hinaus ist die Zahl möglicher Folgeerkrankungen bei nephrologischen Patienten so hoch wie in keinem anderen medizinischen Fachbereich.

„Aufgrund der vielfältigen Auswirkungen, die eine Nierenschädigung auf andere Organsysteme hat, muss der Nephrologe stets den ganzen Patienten im Blick behalten“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Floege, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik der RWTH Aachen.

Das belegt eine Studie aus Kanada, die Krankendaten von knapp 2,6 Millionen Versicherten vergleicht und Patienten unterschiedlicher Fachärzte auf die Komplexität ihres Gesundheitszustands hin analysiert. Die wesentlichen Fakten im Überblick:

  • Nierenpatienten haben die höchste Zahl von Folgeerkrankungen (= Komorbiditäten – im Mittel 4,2 zusätzliche Erkrankungen)
  • die größte Zahl verschriebener Medikamente (durchschnittlich 14,2)
  • das höchste Sterberisiko (6,6 Prozent pro Jahr)
  • und das größte Risiko, binnen eines Jahres stationär pflegebedürftig zu werden (2,0 Prozent)

Die ausführliche Pressemitteilung (Juni 2019) können Sie im Webangebot der DGIM nachlesen.

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