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16.Jul.2010
Informationen für Interessierte und Betroffene

Prävention und Früherkennung

Die Nieren erfüllen eine sehr wichtige Funktion in unserem Körper. Sie entfernen die Abfallstoffe des Stoffwechsels. Wenn die Nieren lange Zeit nicht gut funktionieren, nennen wir das chronisches Nierenversagen. Das Nierenversagen kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Wenn Nierengewebe von einer Krankheit befallen ist, geht ein Teil der Nierenkörperchen mit den dazugehörenden Nierenkanälchen zugrunde. Der Rest der Nieren(filter) strengt sich extra an, um die Aufgaben zu übernehmen. Das gelingt zunächst meistens gut. Nur wenn zu wenig gesundes Gewebe übriggeblieben ist, um die Aufgaben zu erfüllen, schaffen die Nieren es nicht mehr. Meistens fällt es erst dann auf, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oft ist die Rede von einer allmählichen Schädigung der Nieren. Wenn nur noch 5 bis 10% des Nierengewebes funktioniert, spricht man von einem schweren Nierenversagen. Ohne Behandlung ist dies lebensbedrohlich. Es ist dann notwendig, die Nierenfunktion mit Hilfe von Dialyse oder Transplantation zu ersetzen.

Ursachen

Die Schädigung der Nieren kann die Folge einer Reihe von Erkrankungen sein. Hier finden Sie die häufigsten Ursachen eines chronischen Nierenversagens. Beachten Sie dabei Folgendes: diese Ursachen führen nicht immer zu einer bleibenden Schädigung der Nieren! Wenn aber chronisches Nierenversagen festgestellt wurde, ist in vielen Fällen eine der untenstehenden Erkrankungen dafür verantwortlich. Die häufigsten Erkrankungen sind:

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Nierenfilterentzündung (Glomerulonephritis)
  • Bluthochdruck
  • Verschluss und Infektionen der Harnwege
  • Familiäre Zystennieren
  • Tumorerkrankungen
  • Gebrauch von großen Mengen verschiedener Schmerzmittel (täglich, jahrelang)

Ist Nierenversagen vorzubeugen?

Es ist manchmal möglich, die Ursache des Nierenversagens zu beseitigen. Wenn das gelingt, verschlechtert sich die Nierenfunktion nicht weiter. Je weniger Gewebe der gesunden Nieren verloren gegangen ist, um so größer ist die Chance, dass die Nieren weiterhin genügend funktionieren. Leider ist es nicht immer möglich, einem chronischen Nierenversagen vorzubeugen. Gesunde Nieren haben eine große Reservekapazität. Darum ist es meistens unproblematisch, wenn die Nierenfunktion mit dem Altern etwas nachlässt. Sogar wenn die Nieren nur noch zur Hälfte funktionieren, können sie ihre Aufgaben erfüllen.

Früherkennung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Nierenerkrankung frühzeitig zu entdecken. Worauf sollten Sie achten?
Sie sollten Ihre Nierenfunktion kontrollieren lassen:

  • Wenn Sie eine Krankheit haben, die Risiken für die Nieren mit sich bringt, z.B. Bluthochdruck.
  • Wenn Sie Beschwerden haben, die auf Nierenprobleme hinweisen, wie Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder Blut im Urin.
  • Wenn Sie Diabetes mellitus haben. Es ist dann möglich, dass Sie z.B. zu viele rote Blutkörperchen oder Eiweiß im Urin haben. Dies sollte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Wenn Sie eine(n) Verwandte(n) mit einer erblichen Nierenerkrankung haben.

Krankheitssymptome

Nierenerkrankungen bringen oft lange Zeit keine Beschwerden mit sich. Hier finden Sie eine Liste der häufigsten Beschwerden, die bei Nierenerkrankungen auftreten können.

  • Flüssigkeitsansammlungen können auf eine Nierenerkrankung hinweisen. Die Nieren regulieren die Menge der Flüssigkeit im Körper. Wenn sich viel Wasser im Gewebe ablagert (Knöchel, Unterschenkel, Augenlidern, Gesicht), kann dies auf eine Nierenerkrankung hinweisen, andere Ursachen sind aber auch möglich. Eine nähere Untersuchung ist erforderlich.
  • Schmerzen können auf Probleme der Blase und Nieren deuten. Schmerzen beim Wasserlassen oder in der Nierengegend können durch eine Infektion verursacht werden.
  • Schäumender Urin kann durch zu viel Eiweiß im Urin verursacht werden.
  • Farbveränderungen des Urins (rot, rotbraun) sollten beachtet und untersucht werden.
  • Große Mengen Urin (vor allem nachts) können auf eine fortgeschrittene Nierenschwäche hinweisen.
  • Zu geringe Urinmengen (weniger als ein halber Liter pro Tag) deuten auf Funktionsverlust der Nieren.
  • Ernsthafte Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit können durch eine Nierenerkrankung verursacht werden, ebenso wie Juckreiz und Muskelkrämpfe.

Bei diesen Beschwerden gehen Sie am besten zu Ihrem Hausarzt.

Untersuchung

Wenn Ihr Hausarzt vermutet, dass etwas mit Ihren Nieren nicht in Ordnung ist, wird an erster Stelle Urin und Blut untersucht werden. Wenn der Verdacht auf eine Nierenerkrankung besteht, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ursache festzustellen.
Der Hausarzt wird Sie in diesem Falle zu einem Spezialisten überweisen, zu einem Urologen oder einem Nephrologen. Der Urologe ist ein chirurgisch geschulter Spezialist, der z.B. Patienten mit Nierentumoren und Nierensteine operativ behandelt. Der Nephrologe ist ein Internist, der sich auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen spezialisiert hat. Er behandelt Nierenerkrankungen, die mit Diabetes oder Hochdruck zusammenhängen, akutes und chronisches Nierenversagen, Eiweißverlust, immunologische Nierenerkrankungen und erbliche Nierenerkrankungen. Er behandelt außerdem Patienten, bei denen Nierensteine operativ entfernt worden sind, mit Medikamenten um eine Neubildung von Nierensteinen vorzubeugen.

Behandlung

Die Behandlung des chronischen Nierenversagens ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig davon, wieviel Nierengewebe zerstört worden ist und welche Ursache des Nierenversagens vorliegt. Chronisches Nierenversagen kann leider nicht wieder rückgängig gemacht werden. Einmal zerstörtes Nierengewebe kann nicht wieder hergestellt werden. Wenn es deutlich ist, welche Ursache zu einer weniger guten Nierenfunktion geführt hat, wird der Arzt zuerst versuchen, diese Ursache zu beseitigen. Danach wird der Arzt Ihnen eine Behandlung verschreiben, die darauf abzielt, die Nieren in einem möglichst guten Zustand zu bewahren. Aber auch wenn die Ursache des Nierenversagens nicht beseitigt werden kann, ist es wichtig, den Rest der Nierenfunktion so lange wie möglich zu erhalten und einer weiteren Zerstörung des Nierengewebes vorzubeugen. Der Nierenspezialist kann mit Medikamenten und Diätmaßnahmen das Fortschreiten des Nierenversagens hemmen. Abgesehen von spezifischen Behandlungen bei bestimmten Krankheiten werden meistens Hochdruckmedikamente wie ACE‑Hemmer, ATR1 Blockern oder Beta‑Blocker eingesetzt. Weil beim chronischen Nierenversagen meistens auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse und ein Vitamin‑D‑Mangel entstehen, müssen Patienten mit einer mäßig bis stark eingeschränkten Nierenfunktion auch meistens mit Phosphat‑Bindern, Vitamin‑D und Natrium‑Hydrogencarbonat behandelt werden. Durch das Spezialwissen des Nierenspezialisten in diesem Bereich kann die Dialysepflichtigkeit manchmal um Jahre verzögert werden und können schwere Komplikationen am Gefäßsystem und Herzen, sowie als auch Knochenkomplikationen vermieden werden.


Hier finden Sie die Broschüre als
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